Was ist ein Makulaödem?

Ein Makulaödem ist eine Schwellung der Netzhaut im Bereich der Makula – dem Punkt des schärfsten Sehens im Auge. Die Schwellung entsteht durch Flüssigkeitseinlagerungen in das empfindliche Gewebe und führt dazu, dass das zentrale Sehen verschwimmt, verzerrt wirkt oder an Schärfe verliert. Ursache können verschiedene Augenerkrankungen oder systemische Erkrankungen wie Diabetes sein. Unbehandelt kann ein Makulaödem das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen.

Ein Makulaödem entwickelt sich, wenn die Blutgefäße der Netzhaut durchlässig werden und Flüssigkeit austritt. Die Makula, auch „gelber Fleck“ genannt, ist für das detaillierte Sehen verantwortlich – also für Tätigkeiten wie Lesen, Erkennen von Gesichtern oder Arbeiten am Computer. Schon kleine Schwellungen in diesem Bereich können daher große Auswirkungen auf die Sehqualität haben. Typische Symptome sind unscharfes oder verzerrtes Sehen, verminderte Kontraste oder ein grauer Fleck im Zentrum des Gesichtsfeldes.

Makulaödem Auge Infografik

Infografik

Unsere Infografik zeigt ein Auge im Querschnitt und veranschaulicht, wie ein Makulaödem entsteht. Im oberen Bereich des Auges sind Hornhaut und Linse erkennbar, während der Bereich darunter vom Glaskörper ausgefüllt wird. Unten auf der Netzhaut befindet sich die Makula, der Punkt des schärfsten Sehens. In unserer Vergrößerung wird sichtbar, dass Flüssigkeit aus undichten Blutgefäßen in die Netzhaut eindringt und sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die das Gewebe auseinander drücken, bilden. Durch diese Schwellung verändert sich die normale Struktur der Makula, sodass die Sinneszellen das einfallende Licht nicht mehr korrekt verarbeiten können. Die Folge ist ein unscharfes, verzerrtes oder verschleiertes Sehen, wie es für ein Makulaödem typisch ist.

Risikofaktoren

Was sind die Ursachen für ein Makulaödem?

Ein Makulaödem kann durch verschiedene Grunderkrankungen entstehen. Besonders häufig ist es eine Folge von Diabetes mellitus. Bei langjährigem oder schlecht eingestelltem Diabetes werden die feinen Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Sie verlieren ihre Dichtigkeit, Flüssigkeit tritt ins Gewebe aus, und es bildet sich ein sogenanntes diabetisches Makulaödem. Eine weitere häufige Ursache sind Gefäßverschlüsse in der Netzhaut, zum Beispiel ein Venenverschluss. Dabei staut sich das Blut, die Gefäße werden undicht und Flüssigkeit lagert sich im Bereich der Makula ein.

Auch entzündliche Erkrankungen des Auges, etwa eine Uveitis, können die Gefäßwände schädigen und so ein Ödem hervorrufen. Zudem tritt ein Makulaödem gelegentlich nach Operationen am Auge auf, vor allem nach einer Operation des Grauen Stars. In diesen Fällen spricht man von einem sogenannten cystoiden Makulaödem.

Darüber hinaus spielt auch die altersabhängige Makuladegeneration eine Rolle, insbesondere die feuchte Form. Hierbei kommt es durch krankhafte Gefäßneubildungen zu Flüssigkeitsansammlungen unter und in der Netzhaut. Weniger häufig sind Verletzungen oder bestimmte Medikamente Auslöser eines Makulaödems. Als weitere, aber seltene Ursachen werden das Irvine-Gass-Syndrom, ein Verschluss der Netzhautvenen, die Diabetische Retinopathie, Bluthochdruck, eine Uveitis, Morbus Coats, Morbus Behcet, Morbus Eales, Periphlebitis retinae, die Birdshot Retinopathie, eine Netzhautablösung oder Makula Pucker gesehen.

Heilungschancen

Kann man ein Makulaödem heilen?

Die Heilungschancen hängen entscheidend davon ab, wie frühzeitig ein Makulaödem erkannt und therapiert wird. In den meisten Fällen lässt sich mit den heutigen modernen Verfahren eine deutliche Stabilisierung oder sogar Verbesserung des Sehvermögens erreichen. Je kürzer das Ödem besteht, desto besser sind die Aussichten, dass sich die Netzhautzellen vollständig erholen können.

Wenn das Makulaödem jedoch über einen längeren Zeitraum unbehandelt bleibt, können dauerhafte Schäden an den empfindlichen Sinneszellen der Netzhaut entstehen. In solchen Fällen ist eine vollständige Wiederherstellung der Sehschärfe meist nicht mehr möglich, auch wenn die Behandlung das Fortschreiten noch stoppen oder verlangsamen kann.

Bei konsequenter Therapie, regelmäßigen Kontrollen und einer guten Einstellung von möglichen Grunderkrankungen wie Diabetes können viele Betroffene ihr Sehvermögen über Jahre hinweg stabil halten. Insgesamt haben die heutigen Behandlungsmethoden die Prognose bei Makulaödemen erheblich verbessert, sodass die meisten Patienten im Alltag weiterhin selbstständig bleiben können.

Diagnose

Wie wird ein Makulaödem erkannt?

Um ein Makulaödem festzustellen, führt der Augenarzt zunächst eine gründliche Untersuchung des Augenhintergrunds durch. Schon mit der Spaltlampe und speziellen Linsen lassen sich Verdickungen und Flüssigkeitsansammlungen erahnen.

Besonders wichtig ist die Optische Kohärenztomographie (OCT). Mit dieser modernen, schmerzlosen Bildgebung können feine Querschnitte der Netzhaut dargestellt werden. Dadurch lässt sich genau erkennen, ob Flüssigkeit in oder unter der Makula vorhanden ist und wie ausgeprägt die Schwellung ist. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Fluoreszenzangiographie durchgeführt. Dabei wird ein Farbstoff in eine Armvene gespritzt, der die Netzhautgefäße im Licht einer Spezialkamera sichtbar macht. So können undichte Stellen oder Durchblutungsstörungen aufgespürt werden.

Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, da die Netzhaut nur begrenzt regenerationsfähig ist. Je früher ein Makulaödem erkannt wird, desto besser sind die Chancen, das Sehvermögen zu erhalten.

Behandlung

Wie behandelt ein Arzt ein Makulaödem?

Die Behandlungsmöglichkeiten eines Makulaödems haben sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Am häufigsten werden heute Medikamente direkt ins Augeninnere gespritzt, sogenannte intravitreale Injektionen. Dabei handelt es sich vor allem um VEGF-Hemmer, die das krankhafte Austreten von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen reduzieren und gleichzeitig die Bildung neuer, undichter Gefäße verhindern. Diese Therapie ist besonders wirksam bei einem diabetischen Makulaödem, bei Gefäßverschlüssen sowie bei der feuchten altersabhängigen Makuladegeneration. In bestimmten Situationen werden anstelle von VEGF-Hemmern Kortisonpräparate eingesetzt. Diese wirken entzündungshemmend und dichten die Blutgefäße ebenfalls ab. Sie kommen vor allem bei entzündlich bedingten Makulaödemen oder bei Patienten zum Einsatz, die auf andere Therapien nicht ausreichend ansprechen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Laserbehandlung. Sie wird vor allem bei umschriebenen undichten Gefäßen angewendet. Der Laser verödet gezielt diese Stellen, sodass weniger Flüssigkeit in die Makula austreten kann. Bei bestimmten Erkrankungen kann auch eine Kombination aus Injektionen und Laser sinnvoll sein.

Besteht das Makulaödem im Zusammenhang mit einer Grunderkrankung, etwa einem schlecht eingestellten Diabetes oder einer Uveitis, muss auch diese Erkrankung konsequent behandelt werden. Nur so lässt sich ein langfristiger Therapieerfolg erzielen. Da ein Makulaödem wiederkehren kann, sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen und gegebenenfalls wiederholte Behandlungen notwendig.

Makula Ärzte Frankfurt Hessen

Ein Makulaödem bedeutet, dass sich Flüssigkeit in der Netzhautmitte ansammelt. Dadurch sehen Patienten häufig verschwommen, gerade Linien wirken plötzlich verbogen und Farben erscheinen weniger kräftig.

Prof. Dr. med. Frank Koch
Dr. med. Svenja Deuchler
Makula Experten Augenzentrum Frankfurt

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